Der ASV verlor das Endspiel gegen Union Arnreit mit 1:4. Fortan gilt die volle Konzentration der Bundesliga.
von Lars Pingel
Schlieren - Janna Meiners war schon ein wenig enttäuscht. „Es war wie jedes Mal“, sagte die Mannschaftsführerin der Faustballerinnen des Ahlhorner SV am Sonntag. „Wir haben gezeigt, dass wir es könnten, geschafft haben wir es aber nicht.“ Gerade waren sie und ihre Mitspielerinnen zum dritten Mal in Folge mit dem Versuch gescheitert, das Team von Union Arnreit vom europäischen Thron zu stoßen. Der Deutsche Meister verlor im schweizerischen Schlieren das Finale um den Hallen-Europapokal mit 1:4 (5:11, 10:12, 11:7, 6:11, 11:13).
Vor zwölf Monaten hatten sich die Teams in der ASV-Halle Am Lemsen gegenübergestanden. Auch dort siegte Arnreit mit 4:1. Vor dem Vergleich am Sonntag gab es im zurückliegenden Juli noch das Finale im Europacup der Feldsaison, in dem der ASV mit 2:3 unterlag. Der österreichische Meister ist seit dem Sommer 2009 ungeschlagen – und hat außer den beiden Siegertrophäen der Europapokal-Wettbewerbe auch den Weltpokal in seinem Besitz.
Geprägt wird die Siegesserie des Union-Teams von Angreiferin Magdalena Lindorfer. „Sie ist mit keiner anderen Schlagfrau zu vergleichen“, lobte Meiners die 20-jährige Österreicherin. Sie bot auch am Sonntag im Finale eine herausragende Leistung. Dem ASV gelang es nicht, sie konstant aus dem Spiel zu nehmen. Zunächst versuchte er, die Union-Angreiferin mit der Angabe anzuspielen, um zu verhindern, dass sie gleich mit dem ersten Angriff ihres Teams zum Schlagen kam. Dies gelang aber nicht konstant genug. Außerdem stehen Lindorfer starke Spielerinnen zur Seite. So war es im ausgeglichenen zweiten Satz Viktoria Neumüller, die die entscheidenden Zähler zum 12:10 und damit zum 2:0 markierte. Später ging der ASV dazu über, mit den Angaben zu variieren. Dabei musste er aber hohes Risiko gehen, was zu einigen Fehlern führte.
Richtig rund lief das ASV-Spiel im dritten Satz. Mit guten Aufschlägen, starker Abwehrarbeit und variablen Angriffen machten die Ahlhornerinnen aus einem 2:2 einen 7:2-Vorsprung. Mit dem 11:7-Erfolg waren sie eigentlich auf dem Weg zurück ins Spiel, ließen sich aber gleich wieder abdrängen. „Im vierten Satz waren wir zu unkonzentriert“, ärgerte sich Meiners über das 6:11. Im fünften Durchgang bewiesen die Ahlhornerinnen gute Moral. Nach dem 6:10 wehrten sie vier Matchbälle ab, standen beim 11:10 sogar vor dem Satzgewinn. Letztlich ließ sich Arnreit dann aber doch nicht aufhalten.
„Wir haben nicht konstant genug gespielt“, sagte Meiners über das Finale und fügte ein dickes Lob für eine der jungen Spielerinnen im ASV-Kader hinzu. „Sarah Reinecke hat fast fehlerlos gespielt.“
Den Platz im Endspiel hatten sich die Ahlhornerinnen mit einer souveränen Vorstellung gesichert. Gegen das Team des Ausrichters, den Schweizer Meister STV Schlieren, gelang ihnen am Sonnabend ein 4:0 (11:1, 11:5, 11:2, 11:5)-Erfolg. Dabei überzeugte der ASV in Abwehr und Angriff. Trainerin Edda Meiners nutzte die Partie auch dazu, allen Spielerinnen auf internationaler Ebene Spielpraxis zu geben.
Der Ehrgeiz der Ahlhornerinnen, die Serie von Union Arnreit zu beenden, ist aber ungebrochen. Schon im Sommer haben sie als Deutscher Feldmeister – dann auf Rasenplätzen – eine weitere Chance. Die Gelegenheit, sich in der Halle zu revanchieren, muss sich das ASV-Team allerdings noch erarbeiten. Ab Sonntag, 22. Januar, wird die Saison in der Nordstaffel der Bundesliga fortgesetzt. Dort gilt es, einen der ersten drei Plätze zu belegen, um sich so für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Die wird am 2./3. März in Calw ausgetragen. Dort will der ASV, der als Tabellenzweiter in die zweite Saisonhälfte geht, nicht nur dabei sein. „Wir sind im Laufe der Saison immer besser in Schwung gekommen“, bestätigte Meiners. „Und jetzt ist es ganz klar unser Ziel, Deutscher Meister zu werden.“
Quelle: Nordwestzeitung

