TV Jahn Schneverdingen wird seiner Favoritenrolle gerecht

Kategorie: Halle 2012-2013
Veröffentlicht am Dienstag, 26. März 2013 20:05
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Die Finalisten aus Schneverdingen und Hammah stellten sich gemeinsam mit ihren Trainerinnen und Betreuern Dorothee Schröder (TV Jahn) und Sandra Bösch / Willm Engelke (MTV) dem Fotografen.

Die Finalisten aus Schneverdingen und Hammah stellten sich gemeinsam mit ihren Trainerinnen und Betreuern Dorothee Schröder (TV Jahn) und Sandra Bösch / Willm Engelke (MTV) dem Fotografen.

Der Deutsche Meister 2013 in der weiblichen Jugend U18 kommt vom TV Jahn Schneverdingen. Mit einer souveränen Mannschaftsleistung setzten sich die „Rot-weißen Heidschnucken“ im Finale gegen den niedersächsischen Landesrivalen MTV Hammah in zwei Sätzen mit 11:8 und 11:2 durch. Die Zuschauer in der Friedrichshafener Sporthalle sahen eine hochklassige Partie, in der beide Teams Faustballsport vom Feinsten zeigten. Beeindruckend war vor allem der Auftritt der Schneverdinger Nationalspielerin Theresa Schröder. Selbst mit verunglückten Zuspielen konnte die Ausnahmeathletin noch punkten. Im Spiel um „Bronze“ revanchierte sich im rein schl.-holsteinischen Duell der VfL Kellinghusen am TV Breitenberg für die bei der Regionalmeisterschaft Ost erlittene Niederlage.  Insgesamt stand damit die Meisterschaft ganz im Zeichen der norddeutschen Teams, wobei lediglich der dritte niedersächsische Vertreter Wardenburg mit seinem Abschneiden nicht ganz zufrieden war.  

Bester süddeutscher Verein war der TV Oberndorf. Das junge Team aus dem Bereich des Schwäbischen Turnerbundes war überraschend in die Endrunde vorgestoßen und besiegte im Spiel um Platz fünf den Westmeister TV Käfertal aus Mannheim. Die Plätze sieben und acht gingen an den Wardenburger TV und den Südzweiten TV Segnitz. Vornehm hielt sich der Gastgeber VfB Friedrichshafen zurück und landete auf Platz zehn, was jedoch den tatsächlich gezeigten Leistungen nicht ganz entsprach. 

Dagegen demonstrierten die späteren Finalisten bereits in der Vorrunde ihre Extraklasse. Sowohl Hammah als auch Schneverdingen setzten sich dort an die Spitze, ersparten sich den Umweg über die Qualifikationsrunde und zogen direkt in die Halbfinals ein. Dort holte dann der MTV Hammah den VfL Kellinghusen aus seinen Titelträumen genauso wie der TV Jahn den TV Breitenberg. Im Finale waren zwei alte Bekannte unter sich. Nach Bezirks- und Landesmeisterschaft sowie der anschließenden Nordmeisterschaft stand man sich am Bodensee zum sechsten Mal in dieser Saison gegenüber. Kein Wunder, dass hier erneut der TV Jahn gewann, der schon die vorausgegangenen Vergleiche für sich entschied. Für die Schneverdingerinnen ist es der 16. Titel in dieser Jugendklasse und der 41. DM-Jugendtitel insgesamt. Das Team von Trainerin Dorothee Schröder machte es mit dem neuerlichen DM-Titel den Schneverdinger Bundesliga-Damen nach, die vor drei Wochen ebenfalls den großen Wurf bei ihrer DM in Neuenbürg landeten.

Der steinige Weg zum Titel

Wie geargwöhnt, hatte der TV Jahn eine schwere Vorrundengruppe erwischt, die dem Team einiges abverlangte. Im Eröffnungsspiel gegen den Landesrivalen Wardenburg gab es zwar ein sicheres 2:0, danach wurde es beim zweiten  2:0 gegen Segnitz jedoch schon enger. 11:8 und 11:8 war nicht das, was sich die Trainerin erhofft hatte. Die folgende lange Spielpause bekam dann der Mannschaft überhaupt nicht. In der zweiten Runde musste man gegen Käfertal (8:11 / 13:11) und Kellinghusen (9:11 / 11:7) sogar die ersten Sätze abgeben. Dennoch reichten die 6:2 Punkte vor Kellinghusen zum Gruppensieg und zum direkten Einzug ins Halbfinale. Dahinter wurde es zwischen Käfertal, Segnitz und Wardenburg richtig eng, da alle 3:5 Punkte auf dem Konto hatten. Das beste Ballverhältnis sprach für den TV Käfertal, der zusammen mit Kellinghusen die Qualifikationsrunde erreichte. Dorothee Schröder war mit dem Ergebnis ihrer Mannschaft zu diesem Zeitpunkt zufrieden, jedoch nicht unbedingt mit der Leistung: „In dieser Gruppe hätte jeder weiterkommen können. Am Ende wurde es für uns richtig eng. Die lange Pause hat uns überhaupt nicht gut getan. Wir haben noch Luft nach oben.“

Steigerung im Halbfinale und Spitzenfaustball im Finale

Richtig gut lief es dann im Halbfinale gegen den Ost-Meister Breitenberg, der sich  in der Qualifikation gegen Käfertal durchgesetzt hatte. Nach einer 7:3-Führung wurde der erste Satz mit 11:9 gewonnen. Danach fand der Kontrahent kein Mittel mehr gegen die Schneverdinger Angriffspitzen Kristin Eggert und Theresa Schröder. Der Finaleinzug wurde mit einem sicheren 11:6 amtlich gemacht. Dass der MTV Hammah danach ebenfalls ins Finale einzog, überraschte nicht, auch wenn der VfL Kellinghusen, der in der Quali beim 2:1 (10:12; 11:9; 12:10) gegen Obernhausen erhebliche Mühe hatte,  ihn beträchtlich forderte. Die von Dorothee Schröder prognostizierte Finalpaarung war damit amtlich.

So richtig nach dem Geschmack der Zuschauer verlief dann auch das Finale, in dem der TV Jahn von Anfang an den Ton angab. Starke Rettungsaktionen und knallharte Aktionen im Angriff gingen meistens zugunsten des TV Jahn aus. Hammah wurde ständig unter Druck gehalten, sodass deren Fehler zwangsläufig kamen. Der erste Satz verlief für Hammah mit 8:11 noch relativ günstig. Danach spielte jedoch nur noch eine Mannschaft und dies war der TV Jahn. Er war richtig in Fahrt gekommen und fegte die Staderinnen mit 11:2 förmlich aus der Halle.  Die allgegenwärtige Meinung war eindeutig: Der TV Jahn ist ein würdiger Deutscher Meister.

Trainerin Dorothee Schröder lobte dann auch die starke Team-Leistung ihrer Mannschaft und hatte ein anerkennendes Lob für den ausrichtenden VfB Friedrichshafen parat. „Das Niveau der beteiligten Mannschaften war einer Deutschen Meisterschaft würdig. Ich habe viele gute Spiele gesehen.“  Der Antwort auf die Frage, ob einige Spielerinnen der U-18-Bundestrainerin besonders aufgefallen seien, wich sie aus: „Die Nominierungen werden erst nach allen Jugendmeisterschaften in der Halle bekannt gegeben.“ 

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