Faustball-Frauen erneut Weltmeister

Kategorie: Halle 2016-2017
Veröffentlicht am Dienstag, 08. November 2016 20:55
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Fünf niedersächsische Faustballerinnen haben im brasilianischen Curitiba den Weltmeistertitel gewonnen. Ohne eine Niederlage marschierte das Team von Bundestrainerin Silke Eber durch das Turnier – und verteidigte seinen WM-Titel von 2014.

 

Die Entscheidung fiel am Samstagabend in sechs Sätzen in Curitiba. Mit 4:2 (8:11, 11:4, 14:15, 11:9, 11:5, 11:6) schlug die deutsche Frauen Faustball-Nationalmannschaft die Gastgeberinnen aus Brasilien. Knapp 1 000 Zuschauer sorgten mit ihren „Brazil, Brazil“-Schreien für eine gigantische Stimmung. Und mittendrin? Pia Neuefeind (Ahlhorner SV), Hinrike Seitz, Aniko Müller, Theresa Schröder (alle TV Jahn Schneverdingen) und Annika Bösch (MTSV Selsingen) – allesamt von Faustballvereinen aus Niedersachsen.

Bereits in den ersten beiden WM-Tagen marschierte das Deutsche Team im Modus Jeder-gegen-Jeden durch die Vorrunde gegen Argentinien, Australien, Chile, Österreich und die Schweiz. Einzig Brasilien schaffte einen Satzgewinn gegen die Mannschaft in Schwarz und Weiß.  

Als Gruppensieger wartete im Halbfinale das absolute Überraschungsteam der Weltmeisterschaft aus Chile (4. Gruppe). Österreich hatten die Südamerikanerinnen in der Vorrunde geschlagen und standen zum ersten Mal in einem WM-Halbfinale. Deutschland war aber eine Nummer zu groß für das junge chilenische Team.

„Wir wussten, dass wir sie auf keinen Fall unterschätzen dürfen“, erklärte „Mannschaftsküken“ Pia Neuefeind aus Ahlhorn. Zwar gab sich Chile kämpferisch und bewies nach einem 2:7-Rückstand im ersten Satz Moral (8:8), dann aber drehte besonders Stephanie Dannecker im deutschen Angriff auf – 11:8 im ersten und 11:4 im zweiten Satz. Auch der dritte Abschnitt (11:6) war eine klare Angelegenheit für Deutschland. Mit seinem 3:0-Sieg (11:8, 11:4, 11:6) stand Deutschland wieder im Finale. „Wir haben unsere Sache echt gut gemacht, waren zu jeder Zeit hochkonzentriert“, analysierte Pia Neuefeind.

Das Endspiel gegen Brasilien war nichts für schwache Nerven. Im Hexenkessel von Curitiba präsentierten sich die beiden Finalisten in Bestform. Packende Ballwechsel bestimmten das gesamte Spiel. Brasilien, angepeitscht von den begeisterten Fans, startete furios in die Partie (11:6). Deutschland blieb derweil gelassen. Sonja Pfrommer holte fast im Alleingang den Satzausgleich (11:4).

Ein absoluter Krimi war der dritte Durchgang. Die deutsche Abwehr um Theresa Schröder und Annika Bösch war bei immer nasser werdendem Boden unsicher. Brasilien ging beim Stand von 14:14 wieder in Satzführung. „Brasilien ist echt großartig gestartet. Ich dachte bei einigen Bällen, das sind 100-prozentige Punkte, aber irgendwie haben sie doch noch einen Arm drunter bekommen“, zeigte sich Pia Neuefeind beeindruckt.

Silke Eber stellt die Formation, wie in der Vorrunde, ins V-System um. Es bewährte sich auch diesmal. Brasilien fand danach weniger Lücken in der deutschen Abwehr. Den vorentscheidenden Satz zum 2:2-Ausgleich holte sich der Titelverteidiger knapp, dann war die Gegenwehr der Seleção gebrochen. Mit 11:5 ging Deutschland erstmals in Satzführung und machte wenig später den WM-Titel perfekt.

„Die Atmosphäre war der Wahnsinn. Ich habe am Abend zuvor noch gesagt, dass wir 4:2 gewinnen. Dass das wirklich so geklappt hat, ist gigantisch“, jubelte Neuefeind, ehe sie gemeinsam mit ihrer Weltmeistermannschaft in eine rauschende Partynacht mit allen anderen Teams startete. 

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